• 6. Januar 2017

Manipulierte Krankenakten auf Druck der Krankenkassen

Kürzlich hatte ich einen mysteriösen Fall im eigenen Kundenkreis. Ein Interessent wollte sich seine Existenz durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützen. Bei der Antragsstellung gingen wir seine Gesundheitsdaten durch, aber außer einer kleinen Sportverletzung vor 9 Jahren, war der Kunde “kerngesund”.

Aufgrund der besonders hohen monatlichen Absicherung, die in dem Vertrag vereinbart werden sollte, verlangten alle Gesellschaften eine Bestätigung des Gesundheitsstandes durch den Hausarzt. Wir entschieden uns für den Versicherer mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und genehmigten diesem die Arztanfrage.

Wie aus heiterem Himmel erreichte meinen Kunden und mich nach 10 Tagen eine Nachricht der Gesellschaft, dass diese den Versicherungsschutz aufgrund enormer Vorerkrankungen nicht bieten möchte.

Damit hatte der ganz Spuk begonnen. Mein Kunde beantragte Einblick in seine Krankenakte. Was ihn da erwartete, war erschreckend.

Aus seiner Sportverletzung wurde ein höchst komplizierter Unfall mit den aufwendigsten Behandlungen und laut Akte hatte er sich dadurch eine bleibende Verschleißerkrankung zugezogen. Diese wurde vom Arzt angeblich regelmäßig behandelt und die Diagnose wurde von Behandlung zu Behandlung schlechter.

Aus einem leichten Heuschnupfen im Jugendalter wurde eine Autoimmunerkrankung und aus einer kleinen Erkältung eine chronische Atemwegserkrankung.

Mein Kunde konnte durch großen Aufwand und Einschalten eines Anwalts seine Krankenakte auf einen wahrheitsgemäßen Stand bringen und ist mittlerweile gut versichert.

Allerdings hat mich dieser Fall wirklich zum Nachdenken und recherchieren gebracht.

Tatsächlich geht es vielen Menschen genauso wie meinem Kunden, vielleicht auch Ihnen und mir.

Vor kurzem bestärkte der Chef der Techniker Krankenkasse den Verdacht. Krankenkassen drängen Ärzte dazu Ihre Patienten kränker zu machen als Sie sind. Denn umso “kränker” die Mitglieder der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse sind, umso mehr Geld darf diese sich aus dem Gesundheitsfonds entnehmen. Natürlich ist dies noch an andere Bedingungen geknüpft, aber klar ist, die Fehldiagnosen unterstützen die großen Krankenkassen dabei sich Mittel zu beschaffen.

Für Sie als Kunden ist, das nicht nur ärgerlich sondern höchst gefährlich. Geben Sie nun irgendwo egal ob beim Abschluss einer Versicherung oder anderen Verträgen Ihren Gesundheitszustand an und es wird im Leistungsfall die manipulierte Akte hinzugezogen, sind Sie nun in der Nachweispflicht oder Sie gehen leer aus.

Der Chef des Bunds der Versicherten rät daher jedem dazu einmal seine Krankenakte zu prüfen. Dies geht ganz einfach: Beantragen Sie einfach Einsicht in Ihre Unterlagen bei Ihrer jeweiligen Krankenkasse.

Selbstverständlich möchte man nicht jedem Hausarzt Manipulation unterstellen, dennoch gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Privat Krankenversicherte sind von diesem Problem in der Regel nicht betroffen, da der Kunde alle Abrechnungen und Diagnosen zwischen Arzt und Kasse im Original erhält. Somit ist ein Betrug nur sehr erschwert möglich.

 

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